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Einkaufen ohne Anstehen

Gerade wird mal wieder die Sau vom Einkauf ohne Warteschlangen bei Amazon durchs mediale Dorf getrieben. Man soll also einfach in den Laden gehen können und alles, was man aus dem Regal nimmt und in die Tasche packt, wird automatisch erkannt und beim Verlassen des Ladens automatisch abgerechnet. Die zwei grössten Vorteile sind das Vermeiden von mehrmaligem Ein- und Auspacken und natürlich das schnellere Verlassen des Ladens.

Das mag für Deutsche vielleicht noch wie Zukunftsmusik klingen, aber die zwei Schweizer Grossverteiler Coop und Migros sind von dieser Vision ja nun auch nicht mehr weit weg. Ich nutze das passabene von Coop seit mindestens 2013 und das Subito-Self-Scanning der Migros, seit es das in Wil auch gibt. Ich war in Wil an der Bahnhofs-Migros noch nie an der bedienten Kasse. Damals schrieb ich:

Einkaufen geht dann so: Handscanner abholen, im Laden alles, was man kaufen möchte, scannen und in die Tasche packen, an der Kasse nur noch den Scanner abgeben, zahlen, fertig. Wenn jetzt noch der Bezahlvorgang statt 30 Sekunden nur noch 5 Sekunden dauert, um so besser. Die passabene-Kasse ist so gut wie immer leer und mit Fahrradtaschen ist das ungeheuer praktisch, wenn man nicht mehr auspacken und wieder einräumen muss.

Gegenüber der Amazon-Lösung verliert man bei Coop/Migros nicht viel Zeit: fünf Sekunden, um den Handscanner zu holen, eine Sekunde pro Artikel zum Scannen und am Ende vielleicht 20-30 Sekunden für den Bezahlvorgang, wenn man die Menüführung kennt, digitale Bons schon daheim aktiviert und keine Sonderwünsche hat. Aber man gibt viel weniger Daten als bei Amazon preis. Und richtig, die Folgen der Digitalisierung sind dann aussterbende Jobs wie der des Kassierers. Aber Menschen, die Telefonverbindungen per Steckbrett vermitteln und solche wie den Bahnwärter Thiel, gibt es doch auch schon lange nicht mehr. Nennt sich Fortschritt und ohne Wischfunke (=Smartphone) läuft heute auch kaum noch jemand herum.

Aber zum Vorteil des menschlichen Faktors: mit meinem Bioladen in Wil in der Altstadt bin ich noch besser als der Amazon-Supermarkt. Ich gehe rein, meine bestellte Milch wartet auf mich, ich stelle die leeren Flaschen in den Kasten, nehme mir die drei Flaschen, lege 6.90 Fr. für drei Liter passend auf den Tisch, kann die Schlange überspringen und bin wieder draussen. Völlig ohne digitale Daten, einfach nur weil mich die Betreiberinnen kennen. Noch einfacher geht’s nun wirklich nicht (ausser mit Heimlieferung).

Steuerfüsse

Heute hab ich in der Wiler Zeitung (lokale Ausgabe des Tagblatts) gelesen, dass die FDP beantragt, den Steuerfuss der Stadt von 129 auf 127 Punkte zu senken. Gleichzeitig stand im Artikel, dass zur Finanzierung des Baus des Sportparks Bergholz 2014 der Steuerfuss von 124 auf 129 Punkte erhöht wurde. Die Frage: was bedeutet das in Zahlen?

Da das Steuersystem hier ja wunderbar transparent ist (wenn man’s mal verstanden hat), ist die Aufschlüsselung einfach. Nehmen wir mal an, ich hätte ein steuerbares Einkommen von 60’000 Fr. Dann kann ich in der Tabelle für die einfache Steuer (pdf) nachschauen und komme auf einen Steuersatz von 5.76%, entsprechend 3’456 Fr. im Jahr. Das ist aber nicht der geschuldete Steuerbetrag. Damit die Kantone und Gemeinden einfach verglichen werden können, gibt’s sogenannte Steuerfüsse in Prozent der einfachen Steuer.

Für die Kantonssteuer (Kanton SG) zahle ich 115% der einfachen Steuer, also 3’974 Fr.

Wil selbst hat einen Steuerfuss von 129%, d.h. hier zahle ich 129% der einfachen Steuer als Gemeindesteuer, siehe Tabelle beim Steueramt, entsprechend 4’458 Fr. im Jahr.

Wenn jetzt also fürs Bergholz der Steuerfuss von 124 auf 129 Punkte erhöht wurde, kostet mich das 5% von 3’456 Fr., also 173 Fr. im Jahr. Von daher ist es auch wieder absolut gerechtfertigt, wenn ich als Einwohner weniger Eintritt zahle als als Auswärtiger.

Nebenbei: eine Kirchenmitgliedschaft würde mich 22 (katholisch) bzw. 23 (evangelisch) Prozent kosten, also 760 bzw. 795 Fr. im Jahr.

Bei einem doppelt so hohen steuerbaren Einkommen beispielsweise wäre der Sportpark wegen der Progression für mich persönlich deutlich mehr als doppelt so teuer. Aber ich war ja eh schon immer für eine Flat Tax und finde, dass es den Beruf Steuerberater gar nicht geben dürfte.

Fuhrparkverkleinerung

Seit dem Kauf des Liegevelos hatte ich drei Rohloffs im Fuhrpark, und auch wenn man nie genug Dosen haben kann, war das doch gefühlt eine zuviel. Also musste das Rad, mit dem ich damals den Bike-Marathon absolviert habe, weg. Es gab viele schöne Touren, so zum Beispiel die Schneetour zum Creux du Van oder auch unzählige Velokilometer ins Büro, der Glatt entlang. Gekauft 2012 in Berlin, verkauft 2016 nach München, also quasi ein vierjähriger Umweg im Ausland.

Die Kostenrechnung ist auch einfach zu machen: gekauft für 1200 EUR, Teile nachgerüstet für 400 EUR, verkauft für 1000 EUR, vier Jahre gefahren, etwa 4000km, macht 150 Euro pro Jahr, 12,50 EUR pro Monat bzw. 15 Cent pro Kilometer.* Dafür war’s ein sehr bequemes und zuverlässiges Rad. Wäre ich mehr mit diesem und nicht mit den/dem anderen gefahren, wäre es günstiger gewesen, die anderen dann dafür teurer. Der Verkaufspreis deckt sich auch recht gut mit dem Kaufpreis des Liegevelos🙂

*Für die Milchbüchleinrechner (notabene Autofahrer): an Wartung, Treibstoff und Versicherung kamen 100 Fr. zusammen in den vier Jahren, d.h. 2.5 Rappen pro Kilometer. Also einfach mal den Wertverlust des Stahlhaufens mit berücksichtigen bitte (s.o.), denn von dem Geld hätte man ja das GA kaufen können. Und damit liege ich bei einem Zehntel des Preises von smide.ch und hab sogar mein eigenes Velo immer dabei.

Die letzte Fahrt führte umsteigefrei von Wil nach München:

Standesgemässe Überführungsfahrt im Eurocity Wil-München

Standesgemässe Überführungsfahrt im Eurocity Wil-München

Kocher-Leistungsmessung [2]

Die letzte Kocher-Leistungsmessung kann man ja noch verbessern, nämlich mit Windschutz. Was bringt der Windschutz an Mehrleistung, wenn überhaupt? Oder schützt er wirklich nur vor Wind?

Der Messaufbau ist derselbe wie beim letzten Mal, die Ergebnisse sind auch deutlich: kocher-auswertung

Wenn man zum Fissler-Topf den Windschutz hinzufügt, ändert sich so gut wie gar nichts (blaue und lila Kurve), ausser dass es am Anfang etwas schneller zu gehen scheint. Wie ich also schon vermutet hatte, nimmt der Fissler-Topf die Wärme der Flamme schon sehr gut ab und ist dann aber in der Kochgeschwindigkeit dadurch limitiert, dass der Topf selbst ja eine recht grosse Masse von 1200g hat und mit erwärmt werden muss. Bei 0.5kJ/(kg*K) spezifischer Wärmekapazität vom Topf ist das im Vergleich mit dem MSR-Topf in etwa so, als ob ich 150ml Wasser mehr erwärmen müsste.

Wenn man dann zum sehr leichten MSR-Campingtopf den Windschutz dazustellt, geht das Kochen von 1 Liter Wasser (20 bis 100°C) plötzlich in knapp sechs Minuten (grüne Kurve), also zwei Minuten schneller als ohne Windschutz.

Die gleiche Rechnung wie beim letzten Mal auch: 53K Temperaturdifferenz in 240 Sekunden, macht 222kWs/240s = 925 W, d.h. der Windschutz bringt 175 Watt Mehr-Wärmeleistung ins Essen. Einerseits ist also das Essen schneller warm, andererseits ist dann auch der Regelbereich des Kochers grösser: von 560W (minimale Leistung + ohne Windschutz) bis 925W (maximale Leistung + mit Windschutz). In der Grafik kann ich also zwischen der Kurve ganz links und ganz rechts regeln.

Noch erhellender ist die Tatsache, dass eine Bialetti-Kaffeekanne für zwei Personen in drei Minuten fertiggekocht hat :) Und nein, es geht nicht ums Benzinsparen beim Kochen auf der Neuseeland-Tour. Das ist in Anbetracht des Flugs vollkommen irrelevant.

Kocher-Leistungsmessung

Kocher-Messreihen-Aufbau

Kocher-Messreihen-Aufbau

Die Flüssigkeits-Campingkocher von MSR, Primus und anderen Herstellern haben eigentlich alle dasselbe Funktionsprinzip: der Flüssigbrennstoff wird in einer Flasche mit einer Pumpe unter Druck gesetzt und strömt durch eine Leitung zum Kocher. Dort wird der Brennstoff verdampft und kann dann als Gas-Luft-Gemisch sauber verbrennen. Drum muss man den Kocher vorheizen, bis die Temperatur ausreicht, um die Flüssigkeit zu verdampfen.
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Salt verpeilt da was

Ende September hatte ich meinen Vertrag bei Salt zu sehr günstigen Konditionen bereits verlängern können. Vor einer guten Woche bekam ich allerdings einen etwas überraschenden Anruf von Salt oder einem ihrer Dienstleister. Nach ein paar Minuten mit Fragen nach meinen Kündigungsgründen etc. stellte sich heraus, dass sie mir ein Angebot machen wollten: 29 Fr. für den Plus Swiss. Nachdem ich dann meinte, dass ich genau das Angebot schon hätte, war der Mitarbeiter etwas verwundert und meinte, dass er das nicht genau wisse mit seinen Kundendaten.

Grad eben fiel mir auf, dass das dann wohl ein Rückgewinnungsangebot gewesen sein muss. Nur wäre das in diesem Fall Anfang November zu spät gewesen, weil mein Vertrag ja Ende Oktober ausgelaufen und ich dann sicher schon bei einem anderen Anbieter gewesen wäre. Also, Salt: im Prinzip richtig gemacht, aber bitte beim nächsten Mal deutlich eher vor dem regulären Vertragsende.

IT und Drucker

Ausser dass die IT seltsame Passwortempfehlungen gibt und mich das Aufsetzen des neuen Laptops einen Haufen Zeit und verlorene Daten* gekostet hat, sind sie sehr fit, was sämtliche Systeme angeht, mit denen ich zu tun habe, oder wenn ich mal was brauche.

Der Servicedesk auch: der Drucker bei uns im Büro steht drei Meter von meinem Schreibtisch entfernt, war aber bei mir nicht installiert und auch nicht im Verzeichnis zu finden. Inzwischen hab ich bei gar keine Lust mehr, selbst zu suchen, sondern mache ein Ticket beim Servicedesk auf mit möglichst genauer Problembeschreibung. Dann haben die mich angerufen, sich auf meinen Laptop geschaltet, irgendeinen Link im Browser aufgerufen, den Drucker ausgewählt und schon war er installiert und funktionierte. Gut, ein bisschen geflucht hat die Frau, weil ich meinen 4-Tasten-Trackball auf linkshändig konfiguriert habe und das in der Fernsteuerung offensichtlich auch alles (für sie) verkehrt ankommt. Aber sonst sehr guter Service, so sollte das sein.

* dass alle meine Skripte für die Auswertung eines bestimmten Projekts verschwunden sind, hab ich erst jetzt im November bemerkt. Andere Verluste hatte ich direkt nach der Umstellung im Sommer schon bemerkt.