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Personalisierte Preise (es wird langsam)

1. Februar 2016

Im Mai 2015 habe ich schon mal was über personalisierte Preise geschrieben. Aktuell gibt es in der FAZ einen Artikel zu dem Thema: Individuelle Preise? Bitte nicht! (FAZ online vom 31.01.2016). Warum jetzt grad ein Grüner diese personalisierten Preise stoppen will, erschliesst sich mir nicht. Gut, er ist natürlich Verbraucherschutzminister in NRW. Nur wenn er die Verbraucher vor individuellen Preisen schützen will, könnte er ja gleich die in Deutschland noch vorhandene Buchpreisbindung auf alle Produkte ausdehnen, denn das wäre das einzig Konsequente. Das hätte immerhin den Vorteil, dass sich die Supermärkte nicht über Preise differenzieren könnten und dann potentiell jede Menge Werbung entfallen könnte.

Schon heute zahle ich doch für dasselbe Produkt unterschiedliche Preise, schon allein je nach Vertriebskanal. Als Beispiel hier eine Flasche Rivella rot (0.5l): Migros 1.30 Fr., avec 1.90 Fr., kiosk 3.50 Fr., Restaurant 5.20 Fr. Das sind verschiedene Läden, die unter anderem auch deswegen entstanden sind, weil verschiedene Kundengruppen bereit sind, verschiedene Preise zu bezahlen. Ein Familieneinkäufer in der Migros ist (bei diesem Einkauf) nur bereit, 1.30 Fr. zu zahlen, ein Schnell-Unterwegs-Kunde zahlt eben 3.50 Fr. — je nach Tageszeit kann das auch dieselbe Person in unterschiedlichen Rollen sein. Da müsste man schon an dieser Stelle die Preise regulieren, um den (ansonsten gewünscht: mündigen) Verbraucher zu schützen. Lasst den Einzelhändlern einfach ihren Spielraum, sie sollen sowas ausprobieren können und werden schon selbst merken, ob es funktioniert oder nicht. Plötzliche 50%-Aktionen im Supermarkt, auf denen sicher immer noch Marge ist, sind doch auch nicht verboten und zeigen mir halt auch nur, dass ich ausserhalb der Aktion einfach nur viel zu viel bezahle.

Die Verbraucher sind ausserdem nicht für dumm zu verkaufen, sondern passen sich schon dem Preisgefüge an. Wenn zwei Leute unterschiedliche „Preisprofile“ haben, können sie sich zusammentun und dann gemeinsam günstiger einkaufen. Der eine kriegt Raclette-Käse 30% günstiger, der andere Waschmittel 32.5%, da gründet man dann eine Einkaufsgemeinschaft (oder einen Verein) und agiert im gemeinsamen Interesse. Noch besser wäre, wenn man eine Genossenschaft gründete und dann bei den Genossenschaften Coop oder Migros deren (hypothetische) Preismodelle ad absurdum führte 🙂

Wenn die deutschen Grünen wirklich als ur-linke Partei agieren würden, müssten sie konsequent höhere Preise für Besserverdiener fordern. Aber so links wie die Schweizer Grünen sind sie nicht und inzwischen wohl selbst häufig Besserverdiener, da relativiert sich das dann wieder.

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